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Kreissynode Kleve - Überlegungen zur Personalplanung


Am Samstag, 18. Juni 2011 tagte die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve in Issum, an der als Büdericher Synodale Pfarrer Joachim Wolff und Wilhelm Uferkamp teilnahmen. Schwerpunktmäßig beschäftigen sich die Synodalen mit der künftigen Personalplanung und -steuerung in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis. Dieser landeskirchliche Prozess wurde im Januar diesen Jahres von der Landessynode beschlossen. (www.ekir.de/personalplanung) Kirchenrat Pfr. Dr. Volker Lehnert, der leitende Dezernent im Bereich "Personalentwicklung" bei der Evangelischen Kirche im Rheinland, führte die Synodalen in die Thematik ein. Dass ein gesunder Mix von theologisch und nicht theologisch Mitarbeitenden erwünscht ist, darüber gibt es innerkirchlich keine große Diskussion. Doch die Personalplanung der Kirche hat ihre juristischen und emotionalen Hürden, machte Lehnert vor der Synode deutlich. Der Personalmix bröckelt seit Jahren. Vor allem im Bereich der Jugendarbeit, der Kirchenmusik und des Küsterdienstes haben rheinische Kirchengemeinden massiv abgebaut. Den Pfarrdienst regelt die Landeskirche alleine, im Unterschied zu den anderen beruflich Mitarbeitenden, die von 756 Gemeinden und 38 Kirchenkreisen angestellt sind. „Wenn man steuern will, muss man die Zahl der Entscheider verringern“, erklärte Lehnert. Die landeskirchlichen Bestrebungen, mehr Befugnisse auf die mittlere, die Kirchenkreisebene zu verlagern, stößt bei vielen Gemeinden im Kirchenkreis Kleve auf große Skepsis. Einige sehen die Gefahr eines „Wasserkopfes Kirchenkreis“. Zurzeit könnte der Kirchenkreis die Personalplanung sämtlicher Anstellungsträger mit den vorhandenen Kräften ohnehin kaum leisten. Vorausgesetzt, alle Gemeinden wären überhaupt gewillt, diese presbyterialen Rechte zu delegieren.

Der Personalmix ist zumindest landeskirchlich schon seit 2004 Thema. Verschiedene Modelle, diesen zu steuern, wurden seitens der Landeskirche erst vor wenigen Wochen präsentiert. „Zu kurz“, um sich vor Landessynode 2012 ein Urteil zu bilden, sagten die Synodalen am Samstag. Sie folgten einem Initiativantrag der Ev. Kirchengemeinde Goch. In diesem Antrag wird die Landessynode gebeten, das Thema mittels „Proponendum“ länger und breiter in den Kirchengemeinden diskutieren zu lassen. Die Landessynode entscheidet darüber im Januar 2012. „Zeitgleich klopfen bei uns die Berufsverbände an und fragen nach einer schnellen Entscheidung“, sagte Lehnert. Denn mit Aussicht auf kleine Teilzeitstellen in Gemeinden beginnen immer weniger junge Menschen ein Studium der Kirchenmusik oder der Sozialpädagogik. Qualifizierte Menschen, die später fehlen werden.

Ein weiterer Antrag wurde mit großer Mehrheit verabschiedet. Die Kreissynode Kleve bittet die Landessynode darin, dass der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) als landeskirchliche Aufgabe anerkannt wird. Die sozialethische Arbeit des kda wird mittlerweile außerhalb der Region Duisburg/Niederrhein nur noch ehrenamtlich geleistet. Sie ist Brücke zwischen Kirche und Betrieben.